Die Digitalisierung schreitet immer weiter voran – und viele mittelständische Unternehmen stehen vor der Herausforderung, ihre veralteten ERP-Systeme abzulösen. Microsoft Dynamics 365 Business Central bietet eine moderne, cloudfähige Lösung, die nicht nur leistungsstark, sondern auch flexibel erweiterbar ist. Doch der Umstieg von einem Altsystem wie Dynamics NAV, Sage, Lexware oder einer Eigenentwicklung auf Business Central erfordert eine klare Strategie, sorgfältige Planung und professionelles Projektmanagement.
Ein zentrales Argument für Business Central ist die tiefe Integration in die Microsoft-Welt. Ob Outlook, Excel, Teams oder Power BI – Business Central schafft einen nahtlosen Informationsfluss, der Prozesse vereinfacht und beschleunigt. Darüber hinaus erlaubt das System eine modulare Skalierung, ist sowohl in der Cloud als auch on-premises verfügbar und unterstützt datengestützte Entscheidungen in Echtzeit.
Bevor eine Migration beginnt, stellt sich häufig die Frage: Soll das bestehende System migriert oder Business Central neu implementiert werden? Eine Migration bietet den Vorteil, dass Prozesse und historische Daten erhalten bleiben. Sie ist in der Regel schneller umzusetzen, verursacht geringere Kosten und erfordert weniger Schulungsaufwand. Allerdings besteht das Risiko, veraltete Prozesse und technische Altlasten mitzunehmen. Eine Re-Implementierung hingegen ermöglicht einen echten Neuanfang. Prozesse können optimiert, nur relevante Daten übernommen und alte individuelle Anpassungen verworfen werden. Diese Variante empfiehlt sich besonders dann, wenn das bestehende System stark angepasst oder funktional eingeschränkt ist.
Im Migrationsprozess lauern einige Herausforderungen. Die wohl häufigste ist die Datenqualität. Doppelte, unvollständige oder falsch strukturierte Daten können zu erheblichen Problemen führen – vor allem, wenn sie automatisiert übernommen werden sollen. Auch das saubere Mapping der Datenfelder zwischen Alt- und Neusystem erfordert Präzision und Erfahrung. Ein weiterer Stolperstein ist alter Custom Code: Anpassungen, die früher direkt im System programmiert wurden, müssen nun als Erweiterungen im modernen AL-Format neu entwickelt werden.
Nicht zu unterschätzen sind auch die bestehenden Systemintegrationen. Schnittstellen zu Lager-, Finanz-, oder CRM-Systemen müssen überprüft und gegebenenfalls neu implementiert werden – oft unter Zeitdruck. Und schließlich braucht es für einen erfolgreichen Wechsel auch die Akzeptanz der Mitarbeitenden. Neue Prozesse und Oberflächen führen anfangs zu Unsicherheit, die durch Schulungen und eine gute Projektkommunikation abgefedert werden sollte.
Ein bewährter Migrationsfahrplan umfasst sieben zentrale Schritte:
Analyse und Planung – Klare Ziele, eine Bestandsaufnahme der IT-Landschaft und die Entscheidung zwischen Migration oder Re-Implementierung.
Datenbereinigung – Alte und fehlerhafte Daten werden analysiert, konsolidiert und in ein einheitliches Format überführt.
Datenmapping und Testmigration – Erstellung eines Mappings zwischen Alt- und Neusystem und Durchführung von Testläufen mit realen Daten.
Backups und Absicherung – Vor dem finalen Go-Live wird ein vollständiges Backup erstellt und ein Fallback-Szenario definiert.
Neuentwicklung von Anpassungen – Nur noch notwendige Erweiterungen werden als AL-Extensions umgesetzt.
Integration der Systeme – Anbindung externer Lösungen über APIs oder Middleware.
Schulung und Go-Live – Nutzer werden umfassend geschult, der Start eng begleitet und regelmäßig Feedback eingeholt.
Am Ende steht ein modernes ERP-System, das zukunftssicher, effizient und flexibel ist – und das Unternehmen befähigt, digital weiterzuwachsen. Die Migration zu Business Central ist kein Selbstläufer, aber mit dem richtigen Partner und einem sauberen Konzept lässt sich dieser Schritt sicher und erfolgreich gestalten.